{"id":3415,"date":"2023-08-04T08:09:02","date_gmt":"2023-08-04T08:09:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.annasokolova.org\/?page_id=3415"},"modified":"2025-12-17T18:36:20","modified_gmt":"2025-12-17T18:36:20","slug":"kinburn-intro","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/kinburn-intro","title":{"rendered":"KINBURN intro"},"content":{"rendered":"<table style=\"width: 720px;\" border=\"0\" align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<p>KINBURN<br \/>\nEinzelnkunstmuseum in Form eines Computerspiels<\/p>\n<p>Als K\u00fcnstlerin arbeite ich stets ortsbezogen. Ich bin daran interessiert, einen bestimmten architektonischen Raum zu erforschen, seine bedeutende Punkte zu identifizieren und sie in multimedialen Installationen zu manifestieren. Mein Material ist ein bewegtes Bild &#8211; das Video &#8211; eine dynamische Form der Lichtbilder, die dem dreidimensionalen Raum eine zus\u00e4tzliche Dimension verleiht. Mit Video als Lichtmedium entwickle ich ortsbezogene Installationen, die mit dem architektonischen Raum verschmelzen, ihn in einen lebendigen, pulsierenden Organismus verwandeln und so unsere Wahrnehmung des Raumes neu definieren. Ich kann Stunden damit verbringen, das Zusammenspiel des Sonnenlichts mit dem Licht der Installation zu beobachten, wie es sich im Laufe des Tages ver\u00e4ndert und wie sich das Werk bei Einbruch der D\u00e4mmerung auf neue Weise manifestiert. Doch das Leben einer Installation ist zeitlich begrenzt, und nach ihrer Demontage ist ihre weitere Existenz nur in Form von Foto- und Videodokumentation m\u00f6glich. Da meine Arbeiten am besten vor Ort erlebt werden, stand ich immer vor der Frage, wie ich meine Videoinstallationen angemessen dokumentieren und bewahren kann.<\/p>\n<p>Ich habe mir immer vorgestellt, wie gro\u00dfartig es w\u00e4re, die Werke in ihrer urspr\u00fcnglichen Form zu bewahren, d. h. zusammen mit den Fragmenten der Architektur, f\u00fcr die sie geschaffen wurden. So k\u00f6nnte man sich in diesen R\u00e4umen bewegen und die Bewegung der Videoinstallationen beobachten. Ich war schon immer von Museen wie Donald Judds Marfa oder James Turrells Skyspace fasziniert, die Kunst, Natur und Architektur miteinander verbinden. Da ich \u00e4hnliche Motive wie diese beiden gro\u00dfartigen K\u00fcnstler verfolge, aber meine eigenen realen M\u00f6glichkeiten erkannte, beschloss ich, mein Museum in einer konstruierten Realit\u00e4t zu errichten.<\/p>\n<p>KINBURN ist die Form der Re-Existenz meiner ortsbezogenen Installationen in einer digitalen Welt, die nach dem Vorbild der Kinburn-Nehrung geschaffen wurde. Die reale Kinburn-Nehrung ist ein Naturreservat, das virtuelle KINBURN ist ein Reservat meiner Werke.<\/p>\n<p>Die Kinburn-Nehrung befindet sich im nordwestlichen Teil der Kinburn-Halbinsel, zwischen dem Dnjepr-Bug-Liman und dem Schwarzen Meer. Es ist ein riesiger, zehn Kilometer langer Landstreifen zwischen dem Meer und dem Liman. In den 90er Jahren war es dort m\u00f6glich, unter freiem Himmel zu leben. Die einzigen Geb\u00e4ude an der gesamten K\u00fcste waren ein verlassenes Hafengeb\u00e4ude, eine bauf\u00e4llige Pier und zwei Fischerh\u00fctten. Da das Gebiet damals ein Naturschutzgebiet war, zeichnete es sich vor allem durch absolute Abgeschiedenheit aus. Ich war dort mehrmals und habe einmal einen Monat lang gelebt. Wenn man sich auf der Nehrung aufh\u00e4lt, f\u00fchlt man sich verloren in Zeit und Raum. Wenn man sich am Ufer entlang bewegt, ver\u00e4ndert sich das Bild vor den Augen kaum. Es ist, als ob man sich bewegt, ohne den Standort zu wechseln. Das Ufer der Kinburn-Nehrung ist eine ideale Plattform f\u00fcr die Betrachtung des Horizonts, wo von Rand zu Rand nichts den Blick auf die Grenze zwischen Meer und Himmel versperrt. Mit Blick auf das Meer befindet sich der Sonnenaufgang am linken Rand des Blickfelds, w\u00e4hrend der Sonnenuntergang am rechten Rand zu sehen ist. Die Sonne und der Mond, die st\u00e4ndig mit leichten Ver\u00e4nderungen vor dem bildschirmartigen Hintergrund von Meer und Himmel auftauchen und verschwinden, werden zu den Hauptfiguren dieser Show.<\/p>\n<p>Dieser Ort ist in meiner Vorstellung zu einem idealen Wesen aus Platons Ideenwelt geworden, ein Wesen, von dem alle meine Werke Ausdrucksformen sind. Eine davon, eine Installation, die 2009 im KIT &#8211; Kunst im Tunnel in D\u00fcsseldorf entstand und in den Unterwasserbunker von KINBURN \u00fcbertragen wurde, ist eine Nachbildung der n\u00e4chtlichen Landschaft auf der Nehrung: ein endloser dunkler Raum vor den Augen, in dessen Mitte sich eine wei\u00dfe Welle von Rand zu Rand \u00fcber den Horizont immer wieder erneuert.<\/p>\n<p>In der Welt des Computerspiels KINBURN, errichte ich meine ortsbezogene Videoinstallationen erneut. Jedes in einem bestimmten Raum realisierte Werk wird zusammen mit dem architektonischen Fragment, das ein integraler Bestandteil dessen ist, als separate Insel an die virtuelle K\u00fcste \u00fcbertragen. Alle Inseln zusammen bilden einen Archipel entlang der Nehrungsk\u00fcste. Diese Welt kann man erkunden und alle Videoinstallationen in situ (an den Orten ihres urspr\u00fcnglichen Daseins) aus verschiedenen Perspektiven beobachten. Einige Lichtinstallationen sind direkt vom Ufer aus zu sehen, andere von einer benachbarten Insel aus, und wieder andere kann man nur sehen, wenn man auf eine bestimmte Insel steigt und in das Innere des Bauwerks schaut.<\/p>\n<p>Ich habe die Bewegung von Sonne und Mond so programmiert, dass die Videoinstallationen bei einem st\u00e4ndigen Wechsel ihres Lichts zu sehen sind. Ich habe meinen Durchgang durch die Installationen &#8211; KINBURN WALKTHROUGH &#8211; aufgezeichnet, w\u00e4hrenddessen sich Tag und Nacht mehrmals abwechselten. Sowohl in der realen als auch in digitaler Welt verst\u00e4rken Sonne und Mond das Gef\u00fchl von Kontinuit\u00e4t und Wandel. Dieses Gef\u00fchl versuche ich stets mit meinen Arbeiten zu vermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>KINBURN<\/b><br \/>\n2023\u2013fortlaufend<br \/>\nEigenkunstmuseum in Form eines Computerspiels<br \/>\nin Zusammenarbeit mit Oleg Yushko<br \/>\nrealisiert mit der Unterst\u00fctzung von:<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.annasokolova.org\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/3_Logos_board.svg\" alt=\"KF_Logo BKM_Neustart_Kultur BKM_2017_DTP\" width=\"272\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"nf_dc_page":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-3415","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3415"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3415\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4007,"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3415\/revisions\/4007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.annasokolova.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}