OBERRAND
2024-2025
ortsbezogene Video-Skulptur 200 x 920 x 45 cm
Metallkonstruktion, 9 Plasmamonitore, 9 Mediaplayer, Netzwerk-Switch
Synchronisiertes 9-Kanal Video 2’56“ Min in Loop, s/w, Ton
Weltkunstzimmer, Düsseldorf

OBERRAND ist Teil eines Diptychons, das im Kunstraum Reformator im Rahmen der Einzelausstellung OBERRAND UNTERRAND (29.11.2024 – 11.01.2025) präsentiert wird. Die Ausstellung wurde nach zwei speziell für Reformator angefertigten Videoskulpturen benannt.
Im Kontext der Ausstellung “EU UA” im “Weltkunstzimmer” wird OBERRAND als eigenständige Video-Skulptur gezeigt.

Text zur Ausstellung UNTERRAND OBERRAND:
Mein Material ist das, was allgemein als Video bezeichnet wird. Aber Video wird heutzutage eher mit Kino, mit Erzählung assoziiert. Und was ich mache, ist Licht und Rhythmus im Raum. Der mythologische Anfang der Welt. Eine Welt vor dem Menschen. Ohne Geschichten.
Ich reduzierte mein Licht auf einen Streifen, der sich auf schwarzem Hintergrund bewegt, und nannte es LINEMENT: ein zusammengesetztes Wort aus dem Englischen line + element.
Mit LINEMENT teile ich architektonischen Raum in Himmel und Erde und mache Landschaften innerhalb von Gebäuden.
Landschaften interessieren mich als Darstellung des Randes der Welt, und der Rand der Welt als Thema von Transzendentem und Unbekanntem. Ich liebe es, in solchen Landschaften zu sein, und meine Werke sind auch von ihnen inspiriert.
Diese Ausstellung ist nach zwei Videoinstallationen benannt, die speziell für diesen Ausstellungsraum gemacht wurden: UNTERRAND und OBERRAND.
UNTERRAND ist die Grenze zwischen Meer und Land, die durch Linien in ständiger Bewegung markiert wird. Sie ist entlang einer zehn Meter langen Hauptwand aus zwölf Monitoren aufgebaut, die sequentiell gegeneinander gedreht werden und die ständig wechselnde Bewegung einer weißen Linie zeigen, die vor einem schwarzen Hintergrund auftaucht und wieder verschwindet.
OBERRAND – die Linie, die fluktuiert, aber nicht verschwindet – ist der Horizont. Er erstreckt sich diagonal über den zweiten Raum, der in einem Winkel zur Haupthalle liegt, und besteht aus neun Monitoren, die auf Augenhöhe aufgestellt sind und ein synchronisiertes Neun-Kanal-Video mit einem weißen, fluktuierenden Band zeigen.
Diese beiden Linien von vielen Monitoren werden durch den Video KINBURN RUN gekontert, das auf einem einzigen Monitor gezeigt wird. Der Monitor zeigt eine Figur, die am Ufer entlang läuft. Er ist so positioniert, dass die Linien von den Monitoren links und rechts eine Fortsetzung der Landschaft im Video bilden.
Die Landschaft im Video ist eine virtuelle Kinburn-Nehrung, wo sich mein persönliches Kunstmuseum befindet. Das Museum existiert in Form eines Computerspiels namens KINBURN.

PS. Im „Weltkunstzimmer“ gibt es nur OBERRAND, als ob man den UNTERRAND schon hinter sich gelassen hat. Ein großer Abstand zum Werk erlaubt den Blick aus der Ferne und die langsame Annäherung.
Der Sound kommt aus dem virtuellen Museum KINBURN.